Make or buy in der Organisationsentwicklung – intern oder extern
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Make or buy? Die Gretchenfrage der Organisationsentwicklung

Intern oder extern – wann sich welcher Weg lohnt und warum die Kombination oft am wirksamsten ist

Organisationsentwicklung ist aus der modernen Unternehmenslandschaft nicht mehr wegzudenken. Doch sollte man sie intern aufbauen oder extern einkaufen? Ein Blick auf Chancen, Herausforderungen – und warum die Antwort oft „sowohl als auch" lautet.

Wozu überhaupt Organisationsentwicklung? „Winning the princess" or „slaying the dragon"

Organisationsentwicklung (OE) ist aus der modernen Unternehmenslandschaft nicht mehr wegzudenken. Egal, ob es sich um eine komfortable Veränderungssituation handelt („winning the princess") oder um eine herausfordernde Transformation („slaying the dragon") – der Bedarf an gezielter OE steigt stetig. Sei es die Einführung neuer IT-Tools, die Implementierung innovativer Organisationsmodelle oder umfassende Restrukturierungsprogramme: Organisationsentwicklung spielt in all diesen Bereichen eine zentrale Rolle, und der Fokus auf OE wird für den nachhaltigen Erfolg von Unternehmen immer wichtiger. Das zeigen auch zahlreiche Studien:

Vier Studienbefunde zum Mehrwert von Organisationsentwicklung: Unternehmen sind besser in der Lage, sich kontinuierlich an Veränderungen anzupassen und Wettbewerbsvorteile zu erzielen (Wohrley, 2014); Organisationsentwicklung erhöht das Mitarbeiterengagement und ermöglicht Produktivitätssteigerung (Schuck und Wolland, 2010); sie hat positiven Einfluss auf die Innovationsfähigkeit von Teams und Unternehmen (Jiang, 2018); Unternehmen sind agiler und anpassungsfähiger, da traditionelle Organisationsstrukturen oft zu langsam für das heutige Geschäftsumfeld sind (Kotter, 2012)

Doch was heißt Organisationsentwicklung eigentlich?

Organisationsentwicklung (OE) ist mehr als ein geplanter Prozess zur Veränderung von Strukturen und Abläufen. Sie ist ein systemischer Ansatz, der die gesamte Organisation und ihre Mitglieder auf einen gemeinsamen Entwicklungsweg bringt. OE setzt auf aktives Lernen und kontinuierliche Anpassung, wobei die direkte Mitwirkung aller Beteiligten im Vordergrund steht. Veränderungen werden gemeinsam erarbeitet, wodurch tragfähige Lösungen entstehen. Ziel ist es, sowohl die Leistungsfähigkeit der Organisation zu verbessern als auch die Lebensqualität am Arbeitsplatz zu erhöhen. OE ist weniger eine Theorie als ein erfahrbarer Prozess, der strategische Anpassungen ermöglicht. Organisationsentwicklung ist ein Weg, den man gemeinsam geht – nicht nur ein Konzept, das man erklären können sollte.

Kernaspekte von OE:

Organisationsentwicklung: intern oder extern / make or buy?

Bevor sich ein Unternehmen für die interne oder externe Umsetzung von Organisationsentwicklung entscheidet, sollten grundlegende strategische Fragen klar beantwortet sein. Ohne diese Vorarbeit besteht die Gefahr, dass der Prozess ineffizient, teuer oder unstrukturiert wird. Eine präzise Definition von OE, die sich nahtlos in die Unternehmensstrategie einfügt, ist entscheidend. Dazu gehört nicht nur, das Zielbild klar zu formulieren, sondern auch, den Zweck der OE zu hinterfragen:

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Chancen und Herausforderungen beider Ansätze.

Chancen und Herausforderungen interne vs. externe OE

Vergleich von interner und externer Organisationsentwicklung. Chancen intern: tiefes Verständnis der Unternehmenskultur und internen Prozesse, höhere Akzeptanz der Lösungen durch Mitarbeitende, Förderung der Selbststeuerungskräfte und Resilienz, Kompetenz- und Wissenszuwachs im Unternehmen. Chancen extern: neutraler Blick von außen ohne Betriebsblindheit, spezialisierte Expertise aus verschiedenen Unternehmen, keine Verstrickung in interne Machtverhältnisse, kann unpopuläre Maßnahmen leichter ansprechen. Herausforderungen intern: mögliche Betriebsblindheit durch lange Zugehörigkeit, Gefahr von Rollenkonflikten, eventuell fehlende Expertise in speziellen Bereichen, mögliche Befangenheit durch interne Hierarchien. Herausforderungen extern: geringeres Verständnis der spezifischen Unternehmenskultur, möglicher Widerstand gegen von außen kommende Lösungen, Wissenstransfer nach Projektende schwieriger, höhere Investitionskosten

Die Entscheidung zwischen interner und externer Organisationsentwicklung (OE) ist komplex und stark von der strategischen Ausrichtung des Unternehmens abhängig. Eine pauschale Empfehlung für einen Ansatz wäre nicht zielführend, da beide ihre eigenen Stärken und Herausforderungen bieten.

In vielen Fällen erweist sich die Kombination beider Ansätze als besonders effektiv. Diese hybride Strategie ermöglicht es Unternehmen, sowohl von internem Wissen als auch von externer Expertise zu profitieren. Um den langfristigen Mehrwert einer professionellen Organisationsentwicklung sicherzustellen, sind folgende Schritte empfehlenswert:

Interne und externe OE in Kombination

Schritte zur nachhaltigen Etablierung einer professionellen internen OE mit situativer externer OE-Begleitung:

Sieben Schritte zur nachhaltigen Etablierung einer professionellen internen Organisationsentwicklung mit situativer externer Begleitung: erstens Etablierung einer nachhaltigen und professionellen internen OE-Abteilung, zweitens regelmäßige externe Impulse, um Betriebsblindheit zu vermeiden, drittens Wissenstransfer und Kompetenzaufbau durch externe an interne OE sicherstellen, viertens flexible Projektteams zusammenstellen, fünftens kulturelle Sensibilität der externen Beraterinnen und Berater sowie gutes Onboarding sicherstellen, sechstens regelmäßige Evaluation, siebtens Förderung der Innovationskultur durch die Kombination aus interner und externer Expertise

Durch die gezielte Kombination interner und externer Organisationsentwicklung können Unternehmen nicht nur ihre Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft stärken, sondern auch eine nachhaltige Kultur des Wandels etablieren, die sich zukunftssicher aufstellt.

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Quellen

Ihr nächster Schritt

Organisationsentwicklung intern oder extern aufstellen?

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Susanne Blüml
Über den Autor

Susanne Blüml

Susanne begleitet Organisationen in Veränderungs- und Transformationsprozessen. Ihr Anliegen: tragfähige Lösungen, die intern verankert sind und im Alltag wirklich tragen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Organisationsentwicklung?

Organisationsentwicklung ist der gezielte, langfristige Prozess, eine Organisation und ihre Menschen weiterzuentwickeln, etwa Strukturen, Abläufe, Zusammenarbeit und Kultur. Ziel ist, die Organisation leistungsfähiger, anpassungsfähiger und gesünder zu machen.

Sollte man Organisationsentwicklung intern oder extern aufstellen?

Beides hat seine Berechtigung. Interne Organisationsentwicklung kennt das Unternehmen genau und ist nah dran; externe bringt Distanz, Spezialwissen und Neutralität. Häufig ist die Kombination am wirksamsten, weil sie Nähe und unabhängige Außenperspektive verbindet.

Was sind die Vorteile interner Organisationsentwicklung?

Interne OE kennt Kultur, Geschichte und Menschen des Unternehmens, ist schnell verfügbar und kann Veränderung dauerhaft begleiten. Sie ist nah an den Beteiligten, läuft aber Gefahr, betriebsblind zu werden oder in bestehende Abhängigkeiten verstrickt zu sein.

Wann lohnt sich externe Organisationsentwicklung?

Externe Unterstützung lohnt sich, wenn Neutralität, Spezialwissen oder eine unabhängige Außenperspektive gefragt sind, etwa bei heiklen Themen, größeren Transformationen oder fehlendem internem Know-how. Externe können Dinge ansprechen, die intern schwer zu adressieren sind.

Warum ist die Kombination aus interner und externer OE oft am wirksamsten?

Weil sie die Stärken beider verbindet: Interne kennen das Unternehmen und sichern Kontinuität, Externe bringen Distanz, Methodenwissen und Neutralität. Im Zusammenspiel entsteht Veränderung, die fundiert begleitet und zugleich ehrlich hinterfragt wird.