Future of Work – Trends und Berufe der Zukunft
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Future of Work: Trends und Entwicklungen für die Berufe der Zukunft

Welche Tätigkeiten bleiben, welche verschwinden – und wie HR-Verantwortliche sich heute schon auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten

14 Prozent der Arbeitsplätze werden in den nächsten 15 bis 20 Jahren durch KI, Digitalisierung und Automation ersetzt. Weitere 32 Prozent werden sich stark verändern (Mjndset, 2021). Menschliche Fähigkeiten werden jedoch weiterhin in vielen Tätigkeitsbereichen gebraucht.

Wir sollten uns daher auf die Beantwortung folgender Kernfragen konzentrieren: Welche Tätigkeitsfelder werden sich neu entwickeln oder erweitern? Auf welche Art und Weise werden aktuell bestehende Berufe in der Zukunft ausgeübt?

Klar ist: In Zukunft werden Berufe und Arbeitsfelder stärker mit technischen und digitalen Komponenten verknüpft sein. Dazu gehören folgende Entwicklungen:

Wie schnell sich diese Entwicklungen vollziehen, ist heute unklar. Das McKinsey Global Institute hat jedoch den Kompetenzwandel bis 2030 modelliert und ermöglicht so eine gute Vorhersage.

Die Berufswelt im Jahr 2035: Diese 5 Trends lassen sich bereits erkennen

Grundlegend lassen sich aus den bisherigen Entwicklungen insgesamt fünf Trends für die Berufswelt im Jahr 2035 ableiten. Dazu gibt es eine breit angelegte Studie von Deloitte (2021).

Trend #1: Die Jobs der Zukunft sind nur in geringem Maße automatisierbar. Sie erfordern Interaktion mit anderen Menschen und Empathie.

Die Studie geht davon aus, dass etwa 65 Prozent der Arbeitszeit in den betrachteten Berufsfeldern nicht durch Technologie ersetzt werden können (Deloitte, 2021). In diese Arbeitszeit fallen Tätigkeiten, die einen hohen Grad an menschlicher Interaktion und Empathie benötigen. Dazu gehören beispielsweise Tätigkeiten von Pflegekräften, Lehrenden oder Therapeuten und Therapeutinnen: Um diese Berufe erfolgreich auszuüben, ist nicht nur fachliches Wissen erforderlich, sondern auch die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und mit ihnen effektiv zu kommunizieren. Diese sozialen und emotionalen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und werden daher auch in Zukunft gefragt sein.

Trend #2: Das Wachstum der Jobs überkompensiert Arbeitsplatzverluste.

Obwohl die Automatisierung in vielen Bereichen zu einem Rückgang traditioneller Arbeitsplätze führt, wird dieser Verlust durch das Wachstum in anderen Sektoren mehr als ausgeglichen. Jobs, die wenig bis gar nicht automatisierbar sind, werden in Zukunft stärker nachgefragt. Studien prognostizieren auf dieser Grundlage, dass die Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesen Bereichen die Anzahl der durch Automatisierung wegfallenden Jobs übersteigen wird – was zu einem positiven Nettoeffekt auf dem Arbeitsmarkt führt.

Trend #3: Das Wachstum spielt sich vor allem in der Gesundheits-, Bildungs- und Managementbranche ab.

Besonders im Gesundheitssektor wird ein starkes Wachstum erwartet. Bis zum Jahr 2035 könnte die Anzahl der Berufe in diesem Bereich um 26 Prozent zunehmen (Deloitte, 2021). Dies ist auf die alternde Bevölkerung und den zunehmenden Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen zurückzuführen. Ebenso werden lehrende und ausbildende Berufe um etwa 20 Prozent wachsen (Deloitte, 2021), da kontinuierliches Lernen und Weiterbildung immer wichtiger werden. Auch im Managementbereich wird ein Anstieg erwartet, da die Notwendigkeit, komplexe organisatorische und strategische Aufgaben zu bewältigen, zunimmt. Diese Branchen bieten zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten, die schwer zu automatisieren sind und menschliches Urteilsvermögen und Führungsfähigkeiten erfordern.

Trend #4: Robotics und Data Analytics sind die Technologien mit den größten Auswirkungen.

Die Technologien Robotics und Data Analytics spielen eine Schlüsselrolle in der fortschreitenden Automatisierung und der Transformation der Arbeitswelt. Roboter können viele physische und repetitive Aufgaben übernehmen, während Data Analytics die Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen ermöglicht. Diese Technologien werden nicht nur zur Automatisierung eingesetzt, sondern auch zur Unterstützung und Verbesserung menschlicher Tätigkeiten. Zum Beispiel können Data-Analytics-Tools wertvolle Einblicke liefern, die menschliche Entscheidungen verbessern, während kollaborative Roboter (sogenannte „Cobots") Menschen bei komplexen Aufgaben unterstützen.

Trend #5: Veränderung ist die neue Kontinuität. Kontinuierliche Lern- und Entwicklungsprozesse werden für Unternehmen unverzichtbar.

Die zukünftigen Arbeitsplätze werden sich stark von den heutigen unterscheiden. Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, was Raum für Tätigkeiten schafft, die analytisches Denken und kreative Problemlösungen erfordern. Zudem wird die menschliche Interaktion weiterhin eine zentrale Rolle spielen (siehe Trend #1). Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kreativität und emotionale Intelligenz werden an Bedeutung gewinnen. Unternehmen müssen in die Entwicklung dieser Fähigkeiten investieren, um ihre Belegschaft auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Dies erfordert kontinuierliche Lern- und Entwicklungsprogramme, die auf die zukünftigen Anforderungen abgestimmt sind.

Wie Sie sich heute schon auf Future-Work-Trends vorbereiten: Praxistipps

In einer Studie von Gartner (2024) wurden Fokusthemen identifiziert, die wichtig sind, um die Zukunft der Arbeit zu meistern. Um es vorwegzunehmen: Für die „alten Hasen" werden das sicherlich keine neuen Themen sein. Andersherum kann man positiv argumentieren: Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Wenn Sie die folgenden vier Praxistipps ohnehin schon länger auf Ihrer Agenda als HR-Verantwortliche mit Anspruch haben, dann zeigt das auch, dass Sie das Richtige tun und heute schon gut aufgestellt sind für den künftigen Wandel.

Praxistipp 1: Neue Talentstrategien und passendes Kompetenzmanagement

Angesichts des sich schnell vollziehenden Wandels müssen sich auch Ihre Talentstrategien anpassen. Versichern Sie sich, dass Sie die richtigen Fähigkeiten, Kompetenzen und Einstellungen fördern, um in Zukunft erfolgreich zu sein.

Ermitteln Sie die notwendigen Fähigkeiten, die angesichts der Veränderungen der Zukunft für Ihren Geschäftserfolg entscheidend sind. Nutzen Sie Kompetenzbewertungen und Lückenanalysen, um mögliche Defizite zu erkennen und Strategien zu deren Behebung zu entwickeln. In diesem Zusammenhang spielt die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeitenden eine zentrale Rolle.

Da sich die Anforderungen an Arbeitskräfte stetig ändern, wird lebenslanges Lernen zur Norm. Arbeitnehmende müssen regelmäßig neue Fähigkeiten erwerben und sich weiterbilden, um in einer sich wandelnden Arbeitswelt relevant zu bleiben. Investieren Sie daher verstärkt in berufliche Entwicklung und sorgen Sie für kontinuierliche Weiterbildungsangebote. Schaffen Sie eine Lernkultur, die Ihre Mitarbeitenden befähigt, die persönliche Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen und ihre Fähigkeiten in einem sich schnell verändernden Umfeld aktuell zu halten.

Praxistipp 2: Menschenzentriertes Arbeitsdesign – Mitarbeiterautonomie im Fokus

Angesichts der aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Veränderungen ist es von entscheidender Bedeutung, die Arbeit an Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Nur so können Sie Mitarbeitende halten und gewinnen, die dazu bereit sind, Neues zu lernen und sich persönlich stetig weiterzuentwickeln – was für den zukünftigen Erfolg Ihres Unternehmens entscheidend ist.

Die Vorgabe, dass alle zur selben Zeit am selben Ort sein sollen, stößt im modernen Arbeitsumfeld immer mehr auf Widerstand. Der Mitarbeitende von heute (und morgen) möchte autonom entscheiden können, welche Aufgaben wo und wann am produktivsten verrichtet werden können. Nutzen Sie dabei eine Kombination aus asynchroner Kommunikation (E-Mail, Messaging) und bewusster Nutzung persönlicher sowie virtueller Meetings, um optimale Arbeitsergebnisse zu erzielen.

Praxistipp 3: Neue Technologien – Auswirkungen antizipieren und angehen

Im Zeitalter von KI müssen Unternehmen neue Fähigkeiten, Rollen und Prozesse entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeitende mit KI-Kenntnissen leistungsfähiger sind als solche ohne diese Fähigkeiten (Gartner, 2024).

Nehmen Sie eine zentrale Rolle ein und bereiten Sie Ihre Mitarbeitenden und Ihre Organisation auf den Einsatz von KI vor:

Praxistipp 4: Führung und Unternehmenskultur neu denken

Investieren Sie in menschenzentrierte Führungskräfte – diese Fähigkeiten lassen sich nicht durch technologische Weiterentwicklung ersetzen. Organisieren Sie die Arbeitsauslastung neu und schaffen Sie Freiräume für eine menschenzentrierte Arbeitsweise. Die Fähigkeit, schwierige Gespräche zu führen, ist dabei genauso wichtig wie die Förderung von Teamzusammenhalt und Inklusion. Außerdem ist das Gefühl von Wertschätzung und Vertrauen für Mitarbeitende ein zentraler Faktor eines erfüllten Arbeitsverhältnisses. Empathische Führungskräfte, die die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden verstehen und unterstützen, verbessern die Leistung und das Engagement.

Menschenzentrierte Führung kommt auch der Unternehmenskultur zugute. Der Grundsatz, dass eine starke Unternehmenskultur nur dann entstehen kann, wenn viele Menschen an einem Ort zusammenarbeiten, ist weit verbreitet. Das hybride Arbeitsumfeld wird daher oft als Bedrohung für die Unternehmenskultur gesehen. Diese Annahme ist falsch, denn tatsächlich sind enge Bindungen innerhalb des eigenen Teams und zu direkten Führungskräften der wichtigste Faktor, um eine positive Unternehmenskultur zu fördern. In einer hybriden Arbeitswelt sind diese Beziehungen sogar noch wichtiger.

Sorgen Sie daher für eine entsprechende Weiterentwicklung Ihrer Führungskräfte bzw. achten Sie bereits bei der Auswahl auf diese Fähigkeiten.

Fazit

Die Zukunft der Arbeit wird durch technologische Fortschritte stark verändert, aber menschliche Fähigkeiten bleiben unverzichtbar. Unternehmen müssen sich aktiv auf diese Veränderungen vorbereiten, indem sie in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden und die Anpassung ihrer Strukturen investieren. Flexibilität, kontinuierliches Lernen und eine starke Unternehmenskultur sind dabei entscheidend.

Sind Sie für die Arbeitswelt der Zukunft gut aufgestellt? Ein kurzer Selbsttest

Nutzen Sie diese vier kurzen Fragen, um sich selbst auf Ihrer Reise in die Arbeitswelt der Zukunft zu reflektieren. Diese können auch hilfreich sein, um die Entwicklung gemeinsam mit Mitarbeitenden zu beleuchten.

Haben Sie sich schon auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet? Bei REFLECT stehen wir Ihnen zur Seite, um einen genauen Blick auf Ihre Situation zu werfen, möglichen Handlungsbedarf an den richtigen Stellen zu erkennen und differenzierte Schlussfolgerungen zu ziehen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse erarbeiten wir praktikable und umsetzbare Lösungsansätze. Wir unterstützen Sie auf diesem Weg!

Quellen

Sind Sie für die Arbeitswelt der Zukunft gut aufgestellt?

Bei REFLECT werfen wir einen genauen Blick auf Ihre Situation, erkennen Handlungsbedarf an den richtigen Stellen und erarbeiten praktikable, umsetzbare Lösungsansätze. Wir unterstützen Sie auf diesem Weg.

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Carolin Merz
Über den Autor

Carolin Merz

Carolin Merz beschäftigt sich bei REFLECT mit der Zukunft der Arbeit, mit Kompetenzentwicklung und der Frage, wie Organisationen ihre Belegschaft auf den Wandel vorbereiten.

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